Fachtag Langzeitleistungsbezug im SGB II – "Da geht noch was!?" am 07. Dezember 2016

Viele Menschen sind aus verschiedenen Gründen von Langzeitleistungsbezug betroffen. Die Kommunalen Jobcenter (KJC) stehen bei der Betreuung dieser Personengruppe vor großen Herausforderungen. Trotz eines sich in Hessen abzeichnenden Fachkräftebedarfs, zahlreichen Informationen und Fachtagungen zum Thema Langzeitleistungsbezug, speziell konzipierten Maßnahmen und zudem die verstärkten Bemühungen der KJC, die einzelnen Facetten des Langzeitleistungsbezuges zu bedienen, zeigt sich, dass in dem Personenkreis über die vergangenen Jahre – wenn auch positiv – nur wenig Bewegung festzustellen ist.

 

Dies war die Ausgangslage für die Fachtagung „Langzeitleistungsbezug im SGB II – Da geht noch was!?“, die am 07. Dezember 2016 im Bürgerhaus Dietzenbach stattfand. Die Veranstaltung wurde, mit finanzieller Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration, vom Hessischen Landkreistag, dem Hessischen Städtetag sowie dem Kommunalen Jobcenter Pro Arbeit – Kreis Offenbach – (AöR) ausgerichtet.

 

Inhaltlich zielte das Tagungsprogramm darauf ab, das Thema Langzeitleistungsbezug einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Es wurden spezielle und bisher noch nicht so fokussierte Facetten in den Blick genommen. Hierunter fallen die Persönlichkeitsbildung, eine Betriebliche Umschulung, das Quartiermanagement, ein spezielles Fallmanagement, das Thema Grundbildung und die Förderstrategie „Perspektive“ des Landes.

 

Durch das Programm des Tages führte Herr Robert Stark – Referatsleiter, Hessischer Landkreistag. Nach der Begrüßung durch Herrn Dr. Jan Hilligardt – Geschäftsführender Direktor, Hessischer Landkreistag, und Herrn Boris Berner – Vorstand, Pro Arbeit – Kreis Offenbach – (AöR) – wurden die TeilnehmerInnen durch ein kurzes Theaterstück auf den Tag eingestimmt. Die „Theaterperipherie“ stellte auf bewegende und zum Nachdenken anregende Weise aus Sicht eines Schülers dar, welche Auswirkungen Langzeitleistungsbezug auf Familien und ihren Alltag haben kann.

 

 

Das Theaterstück aufgreifend, referierte Franz Hütter – BRAIN-HR – über das Thema „Persönlichkeitsbildung“ und stellte die Frage, warum die Einen aufstehen und die Anderen nicht. Die Kernaussage seines äußerst praxisnahen und lebendigen Vortrags war, dass entgegen bisheriger Forschungsergebnisse die Persönlichkeit des Menschen eben doch noch bis zum Lebensende veränder- und formbar ist. Mit dieser Aussage überraschte der Wissenschaftler die TeilnehmerInnen und bestärkte sie in ihrer Arbeit mit der Zielgruppe. Besonders hob Herr Hütter die Bedeutung kreativer Ansätze in der Beratung hervor, durch welche die Langzeitleistungsbeziehenden „ins Erleben“ geführt würden. Auch betonte er die Wichtigkeit eines ressourcenorientierten Beratungsinstruments, wie es beispielsweise die Pro Arbeit bereits in Form der PotenzialanalysePlus nutzt.

>> Vortrag Hr. Hütter als PDF

 

Frau Dörte Ahrens (HSMI, Referat Arbeitsmarktpolitik, -integration und –förderung) berichtete vom Hessischen Landesprogramm „Kompetenzen erweitern – Perspektiven entwickeln“. Durch dieses Programm für Langzeitleistungsbeziehende werden Konzepte gefördert, die anhand eines regional vernetzten Ansatzes darauf abzielen, möglichst viele sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen zu schaffen, und dabei bereits bestehende Angebote bzw. Leistungen mit einzubeziehen.

 

Am Nachmittag wurden in fünf verschiedenen Fachforen/Workshops die oben genannten, bisher noch nicht so fokussierten Facetten des Langzeitleistungsbezugs präsentiert, diskutiert und die Ergebnisse anschließend im Plenum vorgestellt.

 

In guter Tradition, bildete den Abschluss der Veranstaltung ein kurzer Filmbeitrag, der von Nachwuchskräften (BASS-Studierenden) der Pro Arbeit produziert wurde. Diese hatten während der Fachtagung Interviews mit TeilnehmerInnen geführt und sie unter anderem zu ihren Erwartungen an den Tag befragt.

 

 

Film Fachtag Langleistungsbezug